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Jedes Kind hat ein Recht auf beide Eltern - festgehalten in § 1686 Abs. 1. Ebenfalls haben die Eltern das Recht auf Umgang aber auch die Pflicht auf Umgang.

Unter Umgang versteht man jeden Kontakt mit dem Kind, schriftlich, telefonisch, personlich - Umgang selbst ist aber der unmittelbare Kontakt zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil, bei dem es nicht wohnt.

Das Umgangsrecht gehört wie die elterliche Sorge zu dem von Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG geschützen Bereich. Das Umgangsrecht der Eltern ist auch ein Pflichtrecht und ist entsprechend dem Kindeswohl auszuüben bzw. umzusetzen.

Eine Einschränkung, Aussetzung oder Reduzierung des Umgangs ist nur bei einer Gefährdung des Kindeswohls gestattet und möglich.

Das Umgangsrecht ist vollkommen unabhängig vom Sorgerecht - wie z.B. bei nicht ehelichen Vätern, die keine gemeinsame Sorge mit der Mutter haben, haben dennoch Umgangsrecht.

Wie gestaltet sich ein Umgang?

Ausgangspunkt ist, dass ein Kind beide Eltern braucht und eine Beziehung und Bindung zu ihnen hat, und haben soll.

Dazu gehören gemeinsame Aktivitäten, die nicht mit Kino, Zoo, etc. alleine zu tun haben, sondern mit gemeinsamen Kochen, Fernsehen, ...

und es gehören Übernachtungen dazu, da gerade diese auch die die Eltern-Kind-Beziehung stärken und stabilisieren. (Az. 6 UF 20/13)

Weitere Regelungen sind, dass der umgangsberechtigte Elternteil das Kind holt und bringt, er den Umgang unabhängig des betreuenden Elternteils gestalten kann - solange dies natürlich dem Kindeswohl entspricht. Gleiche Rituale und Regeln sind selten vorhanden, was für die Kinder an sich kein Problem ist.

Fakt ist aber auch, dass nach dem Umgang je nach Situation der Eltern die Kinder Eingewöhnungsschwierigkeiten haben -. sie brauchen eine gewisse Zeit bis sie angekommen sind.




Voraussetzung für die Bestellung eines Umgangspflegers ist erst einmal, dass die Wohlverhaltenspflicht der Eltern gem. § 1684 Abs. 2 BGB dauerhaft oder wiederholt erheblich verletzt wird.

Die Eltern haben nach § 1684 Abs. 2 S. 1 BGB alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Dies gilt auch für Dritte bei denen sich das Kind befindet.

hier sind klar Verstöße gegen die gegenseitige Loyalitätspflicht der Elternt gemeint.

Danach sind beide verpflichtet alles zu unterlassen, was die Beziehung des Kindes zum jeweils anderen Elternteil belastet, behindert oder ungünstig beeinflusst bzw. den Umgang untergräbt bzw. erschwert.

Dies beruht darauf, dass das Umgangsrecht eines Elternteils ebenso wie die elterliche Sorge unter dem Schutz des Art, 6 Abs. 2 S. 1 GG steht, beide Rechtspositionen sich auf das natürlichen Elternrecht beziehen und von den Eltern zueinander respektiert werden müssen.

Hier folgt, dass der Umgang mit dem Elternteil bei dem das Kind nicht den Lebensmittelpunkt inne hat, von dem Elternteil unterstützt, akzeptiert und gefördert werden muss.

Dies bedeutet auch, dass das Kind positiv auf den Kontakt mit dem anderen Elternteil vorbereitet wird, dass eigene Befindlichkeiten dem Recht des Kindes auf Umgang zurück stehen müssen und dass alles zu unterbleiben hat, was den Umgang erschwert, vereiteilt, minimiert, etc.

Trennungsverarbeitung und "alte Rechnungen" mit dem anderen Elternteil haben im Rahmen von Umgang des Kindes mit dem anderen Elternteil nichts zu suchen!

Es wird auch eine erzieherische Einflussnahme in Bezug auf den Umgang erwartet, eine gewisse Grundlage an Bindungstoleranz sowie an Kooperation und Kommunikation.

Kategoirische Ablehnung des anderen Elternteils, etc. stellen einen klaren Verstoß gegen die Wohlverhaltenspflichit dar, weil das Kind dadurch in einen starken Loyalitätskonflikt geraten wird.



Die Loyaltitätspflicht beschränkt sich nicht auf die Unterlassung von unverantwortlichen und schädigenden Verhalten gegenüber dem gemeinsamen Kind, sondern verpflichtet die Eltern zu einer konstruktiven Handlungsweise.

Nicht als konstruktiv wird grundsätzlich angesehen, wenn das Kind die Entscheidungen treffen soll, bzw. es dem Kind überlassen wird, ob ein Umgang stattfindet.

Gem. § 1684 Abs. 2 S. 2 BGB gilt das Loyalitätsprinzip auch gegenüber Personen, die das Kind zusätzlich betreuen, wie z.B. Großeltern oder Tanten-

Die Frage, ob durch Umgangsverweigerung, Umgangsboykott etc. eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, ist vom Einzelfall abhängig und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Allerdings ist durch die dauerhafte, wiederholte und immer wieder kehrende Umgangsverteitelung und - boykottierung das Ausmaß einer Gefährdung des Kindeswohls erreicht, da


Dies ist bei Umgangsvereitelungen aufgrund der fehlenden Konitinuität von Beziehungen und Bindungen, aufgrund der fehlenden Bindungstoleranz eines Elternteils (der bei dem das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat), aufgrund von On-Off- Beziehungen für Kinder der Fall!